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Handelsblatt: Fosuns Übernahme einer deutschen Privatbank erfolgreich abgeschlossen
Der folgende Text ist eine Übersetzung des Handelsblatt-Berichts vom 9. September. Bei Abweichungen ist der deutsche Originaltext maßgeblich.
Fast ein halbes Jahr nach der Übernahmevereinbarung zwischen dem chinesischen Investor Fosun und der deutschen Privatbank Hauck & Aufhäuser wurde die Transaktion schließlich vollzogen. Dazwischen lag ein wechselvoller Genehmigungsprozess.
Das Logo des Eigentümers Fosun: Die Gruppe ist nun offiziell Inhaberin der Privatbank Hauck & Aufhäuser.
(Bildquelle: Reuters)
Nach der Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Europäische Zentralbank genehmigte auch die luxemburgische Finanzaufsicht die Übernahme durch den chinesischen Investor. Fosun erwarb schließlich 99,91 % der Anteile.
"Wir freuen uns über die positive Entscheidung und Unterstützung der Europäischen Zentralbank und der Finanzbehörden. Die Übernahme von H&A ist für uns eine strategische Investition und bietet uns einen Zugang zu Investitionsmöglichkeiten in die wichtigsten europäischen Volkswirtschaften." So sagte der Vorsitzende von Fosun International, Guo Guangchang, in der Pressekonferenz. "Mit unserem Investitionsprogramm und unseren umfangreichen internationalen Ressourcen können wir H&A effektiv dabei unterstützen, seine Marktposition im deutschen und europäischen Bankwesen zu stärken. Gleichzeitig bieten wir Investitionschancen auf dem deutschen Markt für Investoren aus China und anderen asiatischen Ländern."
Die Leitung von Hauck & Aufhäuser ergänzte: „Mit unserem langfristigen Aktionär Fosun können wir chinesischen Unternehmen eine Brücke zu Investitionen in Deutschland und Europa bauen. Gleichzeitig können wir deutsche Unternehmen beim Eintritt in den chinesischen Markt unterstützen.“
Bereits im Juli 2015 hatten die Aktionäre von Hauck & Aufhäuser Fosuns Erwerb der Anteilsmehrheit für 210 Millionen Euro zugestimmt. Im Dezember desselben Jahres wurde während der aufsichtsrechtlichen Prüfung berichtet, Fosun-Vorsitzender Guo Guangchang sei mehrere Tage verschwunden gewesen. Dies verlängerte den Genehmigungsprozess. Nach Darstellung des Berichts stellte Guo den zuständigen chinesischen Behörden sein persönliches Konto für die Untersuchung zur Verfügung und räumte damit die öffentlich geäußerten Zweifel und Vorwürfe aus. Fosun hatte im Vorjahr außerdem versucht, die Frankfurter BHF-Bank zu übernehmen, verlor den Bieterwettbewerb nach schwierigen Verhandlungen jedoch gegen die französische Privatbank Oddo.
Hauck & Aufhäuser blickt auf eine 220-jährige Geschichte zurück. Die Bank entstand aus Georg Hauck & Sohn Bankiers, 1796 in Frankfurt am Main gegründet, und dem 1870 in München eröffneten Bankhaus H. Aufhäuser. Beide Häuser fusionierten 1998. Zu den Partnern gehörten der geschäftsführende Partner Jochen Lucht sowie Michael O. Bentlage und Stephan Rupprecht. Die Bank war in Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf und Köln tätig.

